perspectives 2018 | Digitalisierung in der Praxis

Der Grad der digitalen
Anpassung ist entscheidend

Dr. Henrik Hahn, Chief Digital Officer bei Evonik

Warum das Silicon Valley kein Maßstab für Deutschland ist und die Digitalisierung nicht neu.

„Ist die Digitalisierung das nächste große Ding der chemischen Industrie?“, fragt Henrik Hahn zu Beginn seines Impulsvortrags auf der perspectives 2018. Ja und nein, lautet die Antwort des Chief Digital Officers des Spezialchemiekonzerns Evonik. Die Di­gitalisierung sei ebenso wenig neu, wie das Silicon Valley das Vorbild für erfolgreiche Digitalisierungsstrategien in Deutsch­land sein könne, so die Kernthese des Verfahrensingenieurs. „Es gibt viele Silicon Valleys, die digitale Innovationen hervorbrin­gen. Für den Innovationsstandort Deutschland sei vielmehr die Wertperspektive von Bedeutung: „Entscheidend ist, was der Kunde will“, konstatiert Hahn. Die Di­gitalisierung verändere die Definition von Arbeit, Beschäftigung und auch die Berufsfelder, sie ersetze sie aber nicht. Evonik ver­schiebe deshalb seinen Fokus sowohl hinsichtlich des strategi­schen Managements als auch der Innovationskultur. Dazu zähl­ten die Anpassung bestehender Geschäfte und Prozesse an die digitale Umwelt wie die Nutzung von Virtualisierungen oder auch agiler Projektmanagementmethoden. „Agile Management­methoden schaffen Transparenz doch das bedeutet gleichzeitig Stress. Denn unsere Innovationskultur ist auf Intransparenz aus­gelegt.“ Digitalisierung, so Hahn, sei deshalb eine Gestaltungs­aufgabe und kein Naturgesetz.