Bildquelle: Infraserv GmbH & Co. Höchst KG / infraserv.com

Angesichts des sich immer schneller wandelnden Wettbewerbsumfelds und beschleunigter technologischer Entwicklungen vollzieht auch Infraserv Höchst einen tiefgreifenden Transformationsprozess. Teil dessen ist auch ein Kulturwandel, der in einer neuen Innovationskultur ihren Anfang gefunden hat.

31.05.2019, Jasmin Graf

Infraserv Höchst schafft mit Ideation Lab Raum für Innovation

Mutig sein. Als einer von sieben Werten ist diese Eigenschaft im Leitbild des Industriedienstleisters Infraserv Höchst verankert und damit elementarer Bestandteil der Unternehmenskultur. Entwickelt wurde dieses Leitbild von den Mitarbeitern im Rahmen der langfristig angelegten Change-Initiative „Zusammen.Wachsen“, in der nicht nur die Weiterentwicklung der Unternehmens- und Führungskultur sowie der Kommunikation und Interaktion der Mitarbeiter untereinander verfolgt werden, sondern auch die Etablierung einer Innovationskultur für die gesamte Unternehmensgruppe.

So sind es auch die Mitarbeiter, die im unternehmenseigenen Ideation Lab die Initiative ergreifen und durch selbstbestimmtes Arbeiten zu Unternehmern im Unternehmen werden. Entstanden ist das Lab aus der Initiative „Zugvögel“, die mit jungen, engagierten Mitarbeitern der Logistiktochter Infraserv Logistics gestartet ist. Warum dieser Name? „Wenn wir uns Zugvögel anschauen, dann gibt es bei den Schwärmen keine Hierarchie im klassischen Sinne, sondern immer wechselnde Führungspositionen“, so Jochen Schmidt, Leiter Unternehmensentwicklung bei Infraserv Höchst und Initiator der Initiative. „Der Zugvogel, der zum jeweiligen Zeitpunkt am stärksten ist, gibt die Richtung vor. Wir entwickelten nicht nur viele Ideen, sondern auch eine neue Kultur: Jeder kann dort seinen Beitrag leisten, wo er besonders talentiert ist – egal, welche Funktion oder Position der Einzelne hat.“

Tiefgreifender Transformationsprozess

Angesichts des sich immer schneller wandelnden Wettbewerbsumfelds und beschleunigter technologischer Entwicklungen vollzieht derzeit die gesamte Infraserv Höchst-Gruppe einen tiefgreifenden Transformationsprozess. Denn vor dem Hintergrund der Digitalisierung und einer vernetzten Welt ergibt sich eine Komplexitätssteigerung, der mit einer klassisch angeordneten Organisationsstruktur kaum begegnet werden kann. Mit dem Ideation Lab hat Infraserv Höchst den mutigen Weg zu einem „dualen Betriebssystem“ eingeschlagen: Mit der hierarchisch aufgestellten Kernorganisation auf der einen Seite und parallel dazu einer Netzwerkorganisation, in der Freiwillige an neuen Ideen und Zukunftsvisionen arbeiten.

Mit der Devise „Groß denken, klein anfangen“ bietet das Lab beste Voraussetzungen für agiles und vor allem kreatives Arbeiten. Das Unternehmen profitiert dabei vom Engagement der Mitarbeiter und den vielfältigen Ideen und Initiativen, die dort entstehen. Innovations- statt Projektmanagement steht auf der Tagesordnung. Bis zu drei methodische Begleiter stehen vor Ort zur Verfügung – um bei Workshops zu unterstützen oder als Ansprechpartner für Fragen zu fungieren. Von Agile über Lean Startup und Rapid Prototyping bis zu Design Thinking und Business Model Canvas stehen verschiedene Methoden zur Auswahl. Keine der Methoden wird dabei exklusiv genutzt, sondern immer diejenige, die zur Unterstützung der jeweiligen Gruppe passt, um ihre Selbstwirksamkeit zu erhöhen.

„Wenn wir uns Zugvögel anschauen, dann gibt es bei den Schwärmen keine Hierarchie im klassischen Sinne, sondern immer wechselnde Führungspositionen.“

Jochen Schmidt, Leiter Unternehmensentwicklung bei Infraserv Höchst und Inititator des Ideation Lab

Ein Start-up plus

Der Industriepark Höchst als in sich geschlossene Einheit mit vernetzten Strukturen auf allen Ebenen bietet sich besonders als Testumfeld an. „Mit der Start-up-Mentalität bei uns, ergänzt um die Kompetenz der Mitarbeiter und ihr zusätzliches Wissen über den Industriepark, sind wir im Prinzip ein Start-up plus“, betont Philipp Seubert, Leiter des Ideation Labs. „Die Ideen leben vom Engagement der Mitglieder – sie bestimmen selbst, wie und wo sie aktiv werden und ob sie einen neuen Weg einschlagen.“

Als fester Treffpunkt und Arbeitsort fungiert das Ideation Lab auch unter anderem für die Innovations Community, die im Rahmen der Innovations- und Digitalisierungsaktivitäten von Infraserv entstanden ist und sich einmal im Monat trifft. Kleingruppen arbeiten an den dort entwickelten Ideen in einwöchigen Sprints. In jeder Woche wird ein Ziel in Abhängigkeit der übergeordneten Vision festgelegt, darauf hingearbeitet und validiert, bevor sich der nächste Sprint anschließt. Die einzelnen erreichten Stufen stellen dabei bereits in sich wertvolle Ergebnisse dar. Sollten Planänderungen auftreten, bietet dieses Vorgehen jederzeit die Möglichkeit, einen anderen, angepassten Weg einzuschlagen, ohne dass die bisherigen Ergebnisse verlorengehen oder das Projekt nicht weitergeführt werden kann.

Um aus Kundenproblemen Lösungen und Produkte zu generieren, werden zum Beispiel Stoffkreislaufströme im Rahmen der Infraserv-Innovationskampagne „Zero Waste“ in den Fokus genommen. Außerdem wird an verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Drohnen gearbeitet und ein Geschäftsmodell für die Transportlogistik der Infraserv Logistics entwickelt. Mit Mut zur Offenheit werden Kunden bei neuen Ideen möglichst frühzeitig eingebunden, um mit ihnen gemeinsam Prototypen weiterzuentwickeln und an Schnittstellenprojekten zu arbeiten. Offen ist das Ideation Lab mit seinen Ideengebern und methodischen Begleitern aber auch für weitere interessierte Unternehmen.

„Mit der Start-up-Mentalität bei uns, ergänzt um die Kompetenz der Mitarbeiter und ihr zusätzliches Wissen über den Industriepark, sind wir im Prinzip ein Start-up plus.“

Philipp Seubert, Leiter des Ideation Lab